US-Amerikaner auf Haussuche in Wiesbaden

US Army Garrison Wiesbaden

Wiesbadener Tagblatt, 12.11.2012 - WIESBADEN

Von Bertram Heide

 

Vermieter dürfen auf hohe Mieten hoffen: „Höchster Straße, Einfamilienhaus, 200 Quadratmeter, Parkett, Einbauküche, Garage, Baujahr 2004, 2.850,- Euro + Nebenkosten“. Dem normalen Mieter sträuben sich sicherlich sämtliche Haare, wenn er dieses Angebot liest, und der Ortskundige kann nur erstaunt mit dem Kopf schütteln, verläuft doch die Höchster Straße in Biebrich parallel einer viel befahrenen Bahntrasse. Günther Wagner, Immobilienmakler aus der Kapellenstraße, sieht das eher gelassen. Er ist spezialisiert auf US-amerikanische Kundschaft, das oben genannte Objekt hat er längst an einen zahlungskräftigen Kunden vermieten können.

Nachfragen häufen sich

 

Rund 1.000 Soldaten und 2.000 Zivilangestellte der US-Army werden mit ihren Familien von Heidelberg nach Wiesbaden umsiedeln, haben das auch teilweise bereits gemacht, erzählt Army-Sprecherin Anemone Rüger. Geschätzt 1.700 werden sich auf dem freien Markt eine Wohnung suchen oder haben das bereits getan. Makler Günther Wagner arbeitet seit Jahren eng mit dem amerikanischen Wohnungsamt zusammen und hatte vor wenigen Monaten bereits 12.000 Handzettel verteilen lassen in den „besseren Wohnquartieren“. Er sucht verstärkt Immobilien, die er seinen Kunden zur Miete anbieten könnte.

„Aktuell häufen sich die Nachfragen aus dem Raum Heidelberg, einige aus Kaiserslautern, aber auch direkt aus den USA“, erzählt der Wiesbadener Makler. Gesucht sind bei den Amerikanern vor allem Mietobjekte, „die generell gut bis sehr gut ausgestattet sind“, weiß er aus jahrelanger Erfahrung. Da werden beispielsweise für eine 190 Quadratmeter große Maisonette-Wohnung an der Wilhelmstraße, voll klimatisiert mit Parkettböden, Einbauküche und Pkw-Stellplatz 2.700,- Euro Kaltmiete hingelegt, für ein ähnliches Objekt an der Rue mit 120 Quadratmetern Wohnfläche sind es noch 1.650,- Euro Kaltmiete.

 

 

Keinen Einfluss aufs allgemeine Mietniveau

 

Auf das allgemeine Mietniveau in der hessischen Landeshauptstadt hätten die Preise bei Vermietung an US-Amerikaner keinen Einfluss, ist Günther Wagner fest überzeugt. „Deutsche Mieter würden solche Summen gar nicht erst zahlen, und das wissen auch die Vermieter“, betont der Makler. Denn die Vermieter, weiß er, argumentieren für eine Vergabe an US-Army-Personal oder Zivilisten, die für die Army arbeiten, weil die hohen Mieten gesichert sind. „Ich habe als Vermittler einen großen Anteil an Stammkunden.“ Mietobjekte, die er anbietet, liegen preislich oberhalb des offiziellen Mietspiegels. Die Immobilienbesitzer selbst vermieten in der Regel schon seit einigen Jahren an US-Amerikaner und haben damit durchweg gute Erfahrungen gemacht.

Ist denn eine Vermietung nicht kompliziert? Nein, meint Günther Wagner:„Mittlerweile ist die Abwicklung (Mietvertrag und Übergabe) beim Amerikanischen Wohnungsamt für mich als Makler schneller als die Abwicklung, wenn man nur privater Anbieter ist. Natürlich beschleunigen auch meine langjährigen Kenntnisse in diesem Bereich die Abwicklung. Dazu gehören unter anderem die Überprüfung des Einkommens und des bewilligten Mietzuschusses der Mieter (um sicherzustellen, dass diese auch die Miete bezahlen können) sowie das Anfertigen des Amerikanischen Mietvertrags.“

 

 

Tipps für Einsteiger

 

„Vermieter, die noch nicht an Amerikaner vermietet haben, kläre ich über alle Vor- und Nachteile auf“, erzählt der Makler, der immer auf der Suche nach neuen Anbietern ist. Er sieht sich bei der Arbeit auf der Erfolgsseite:„Auch habe ich für Häuser, die beim amerikanischen Wohnungsamt gelistet waren, schneller einen Mieter gefunden als das Wohnungsamt. Um dies zu erreichen, braucht es natürlich aussagekräftige Exposés mit guten Fotos, Grundrissen und allen Angaben.“ Besonders gesucht bei den US-Amerikanern und deren Familien sind Einfamilienhäuser oder auch Reiheneckhäuser in verkehrsgünstigen Lagen wie beispielsweise Bierstadt oder Nordenstadt.

 

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